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Geflüchteten ankommen helfen: Unterschied zwischen den Versionen

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Das sind 10 Jahre, in denen Personen bewusst von einer erwerbstätigen Arbeit ausgegrenzt sind. Sie dürfen nicht zu dem Sozialsystem jener Gesellschaft beitragen, die sie aufgenommen hat – selbst, wenn sie das unbedingt möchten.  
 
Das sind 10 Jahre, in denen Personen bewusst von einer erwerbstätigen Arbeit ausgegrenzt sind. Sie dürfen nicht zu dem Sozialsystem jener Gesellschaft beitragen, die sie aufgenommen hat – selbst, wenn sie das unbedingt möchten.  
  
Arbeiten zu dürfen ist für viele Geflüchtete das wichtigste Anliegen überhaut. Es gibt Menschenwürde zurück und füllt das Leben mit Sinn. Wird eine Arbeitserlaubnis verwehrt, führt das laut Colliers Forschung automatisch zu illegalen Arbeitsverhältnissen, oft unter ausbeuterischen Verhältnissen.     
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Arbeiten zu dürfen ist laut Colliers Forschung für viele Geflüchtete das wichtigste Anliegen überhaut. Es gibt Menschenwürde zurück und füllt das Leben mit Sinn. Wird eine Arbeitserlaubnis verwehrt, führt das automatisch zu illegalen Arbeitsverhältnissen, oft unter ausbeuterischen Verhältnissen, so Colliers Konklusion.     
  
 
====Das „Wir“ in der Gesellschaft herstellen====
 
====Das „Wir“ in der Gesellschaft herstellen====
Die Integration in den Arbeitsmarkt ist der erste Schritt für ein „Ankommen“ in einem neuen Staat. Echte Akzeptanz für Geflüchtete kann laut Collier aber erst entstehen, wenn sich Menschen auf Gemeinsamkeiten statt Unterschiede besinnen. Das Ziel ist eine Gesellschaft, die so divers ist, dass Geflüchtete optisch nicht mehr herausstechen.  
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Die Inklusion in den Arbeitsmarkt ist der erste Schritt für ein „Ankommen“ in einem neuen Staat. Echte Akzeptanz für Geflüchtete kann laut Collier aber erst entstehen, wenn sich Menschen auf Gemeinsamkeiten statt Unterschiede besinnen. Das Ziel ist deshalb eine Gesellschaft, die so divers ist, dass Geflüchtete optisch nicht mehr herausstechen.  
  
 
====„Intellektuelle Faulheit“ Grund für Vorurteile====
 
====„Intellektuelle Faulheit“ Grund für Vorurteile====
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====Diverse Gesellschaft durch örtliche Durchmischung====
 
====Diverse Gesellschaft durch örtliche Durchmischung====
Es ist Aufgabe der Ankunftsländer, gute Voraussetzungen für die eine schnelle Inklusion der Geflüchteten zu schaffen. Collier plädiert dafür, Flüchtlinge regional aufzuteilen. Nur so könne verhindert werden, dass Parallelgesellschaften entstehen. Direkter Kontakt zwischen Geflüchteten und nicht Geflüchteten sei der beste Weg, Ängste und Vorurteile abzubauen.  
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Es ist Aufgabe der Ankunftsländer, gute Voraussetzungen für die eine schnelle Inklusion der Geflüchteten zu schaffen. Collier plädiert dafür, Geflüchtete regional aufzuteilen. Nur so könne verhindert werden, dass Parallelgesellschaften entstehen. Direkter Kontakt zwischen Geflüchteten und nicht Geflüchteten sei der beste Weg, Ängste und Vorurteile abzubauen.  
  
 
====Soziale Durchlässigkeit soll zur Regel werden====
 
====Soziale Durchlässigkeit soll zur Regel werden====
 
Paul Collier hat einen ganz persönlichen Bezug zu dem Thema Migration und Flucht. Sein Großvater wanderte von Deutschland nach England aus. Nach einer ausländerfeindlichen Attacke auf seine Mutter änderte die Familie ihren Nachnamen von „Hellenschmidt“ auf „Collier“.  
 
Paul Collier hat einen ganz persönlichen Bezug zu dem Thema Migration und Flucht. Sein Großvater wanderte von Deutschland nach England aus. Nach einer ausländerfeindlichen Attacke auf seine Mutter änderte die Familie ihren Nachnamen von „Hellenschmidt“ auf „Collier“.  
  
Obwohl seine Eltern beide schon mit 12 die Schule verließen, gelang Collier der soziale Aufstieg. Er studierte, arbeitete für die Weltbank und wurde 2014 geadelt. „Geschichten wie seine sollten die Regel sein, nicht die Ausnahme.“, so Collier. Das zu verwirklichen ist Aufgabe der Gesellschaft, in der wir leben.
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Obwohl seine Eltern beide schon mit 12 die Schule verließen, gelang Collier der soziale Aufstieg. Er studierte, arbeitete für die Weltbank, hat eine Professur an Oxford inne und wurde 2014 geadelt. „Geschichten wie meine sollten die Regel sein, nicht die Ausnahme.“, so Collier. Das zu verwirklichen ist Aufgabe der Gesellschaft, in der wir leben.
 
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Version vom 29. September 2017, 11:05 Uhr



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Bibliographische Information

  • Herausgeber*in (bzw. soweit ausgewiesen Verlag):
  • Titel (bzw. soweit ausgewiesen Autor*innen): Prognosen und Zukunftsbilder - Diskussionsreihe "Innovative Ansätze zu Migration und Integration" Prof. Paul Collier
  • Ort / Datum bzw. Jahr: Diskussionsreihe in Kooperation mit dem Europäischen Forum Alpbach / 2017/06/22
  • Inhaltstyp: [[:Kategorie:|]]
  • [[Kategorie:]]
  • Zitierhilfe (Zitatstile & BibTEX)

 

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